Welchen Reitlehrer würde ich wählen?

Diesen Beitrag habe ich 2024 während meiner Ausbildung zum OsteoConcept Coach geschrieben.

„Wollen sie Lehrer werden, Lara?“, fragte mich einst mein Germanistik-Professor, nach einem wie immer eher mittelmäßigem und chaotischen Vortrag, denn ich im Seminar gehalten habe. Ich habe diese Frage immer wieder energisch beneint, denn Lehrer werden wollte ich nie - bin ich auch nie geworden und das ist auch gut so. Fünf Jahre später scheinen sich manche Dinge doch noch zu ändern.

 

Ich bin gerade auf der Reise nach Norddeutschland zum zweiten Modul der Ausbildung zum OsteoConcept Coach. Und jetzt, da es langsam ernst wird und mein großer Traum - Pferdetrainer zu werden - vielleicht langsam in Erfüllung geht, frage ich mich: Was macht einen guten Reitlehrer aus?

 

Muss ein Reitlehrer erfolgreich bis Klasse S starten, damit er gut ist? Muss er gleichzeitig Trainer A, Tierheilpraktiker, Osteo, Sattler und Mental Coach sein und drölftausend Sonderausbildungen haben?

 

Was macht einen guten Reitlehrer aus?

 

Das hängt ganz davon ab, was man erreichen will. Habe ich Turnierambitionen, macht es Sinn, einen Trainer zu wählen, der auf einem höheren Niveau ist oder gewesen ist. Immerhin bedeutet das, dass er weiß worauf man achten muss, wenn man auf dem Turnier gut bewertet werden will.

 

Aber ist das alles? Für mich und die meisten von uns Freizeitreitern spielt der Erfolg auf dem Turnier keine Rolle. Unser Ziel ist es nicht, mit unserem Pferd S-Lektionen zu reiten. Wenn ja, dann schön. Wenn nicht, auch egal. Unser Ziel ist es, mit unserem Partner auch noch mit 20 Jahren freudig durchs Gelände zu streifen, locker flockig auf dem Reitplatz zu reiten oder mal eine Gymnastikreihe zu springen. Unser Ziel ist es, dass unser Pferd lange gesund und fröhlich bleibt.

 

Deswegen ist es nicht wichtig, wie gut ein Reitlehrer reitet. Das Aushängeschild eines guten Reitlehrers sind nicht seine Erfolge am Turnier, sondern seine Pferde. Wie sehen seine Pferde aus? Welche Geschichten haben sie? Sind sie gesund? Wenn ein Reitlehrer in der Lage ist, seine eigenen Pferde bis ins hohe Alter gesund zu erhalten, sie toll ausschauen und schön zu reiten sind, ist DAS ein Argument für einen Freizeitreiter, diesen Reitlehrer zu wählen.

 

Zumindest wäre das für mich ein Argument gewesen und ich möchte nichts anderes als der Reitlehrer werden, den ich mir immer gewünscht hätte - damit sich andere nicht so mühsam durchschlagen müssen, wie ich am Anfang musste.

 

Deswegen ist mein Tipp für dich, der du vielleicht gerade auf der Suche nach einem Reitlehrer bist: schaue dir seine Pferde an. Nicht nur seine jungen Top-Pferde sondern gerade auch seine alten oder diejenigen, die eine Geschichte mit sich bringen. Ein perfekt aufgezogenes Pferd unter 12 gut in Form zu halten, ist noch nicht so schwierig. Aber bei einem Pferd ab 15, wenn die ersten Alterungsprozesse einsetzen, oder bei einem Pferd, dass aufgrund seiner Vorgeschichte Baustellen mitbringt, siehst du, wie gut dein Trainer wirklich ist. Von einem Reitlehrer, dessen Pferde im besten Alter immer wieder vielleicht sogar aufgrund ähnlicher Erkrankungen ausfallen, schlecht bemuskelt oder wehrig sind, würde ich die Finger lassen. Mit der Art, wie wir trainieren, beeinflussen wir die Gesundheit unserer Pferde maßgeblich und wenn immer wieder Probleme mit dem Bewegugnsapperat auftreten, kann das Training so richtig nicht sein. Wenn die Pferde deines Reitlehrers aber bis ins hohe Alter trotz der Tatsache, dass der Tierarzt sie mit 10 Jahren auf die Wiese geschickt hätte laufen, reitbar, gut bemuskelt sind und Freude an der Arbeit haben, würde ich diesen Trainer wählen.
 

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